Insel Rügen Appartements
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Schöne Erlebnisse sind wichtig - sie halten uns in Schwung und fördern Gemeinsamkeit. Wir wissen viel darüber, wie man sich im Urlaub schöne Erlebnisse sichert und dies möchten wir gerne an Sie weitergegeben.
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Der aufmerksame Humorist Douglas Adams hat einmal behauptet, der Hauptzweck eines Videorecorders bestehe darin, sich mit lästigen Fernsehsendungen zu beschäftigen, damit man sie nicht selber ansehen muß. Dummerweise kann das praktische Gerät nicht auch noch zeitfressende gesellschaftliche Verpflichtungen wie Partybesuche oder den Ferieninsel-Urlaub erledigen.

Für dieses Problem an chronischem Freizeitmangel leidender Workaholics gibt es neuerdings eine Lösung: Die Agentur „wir erleben für sie" hat die Zeichen der postmodernen Dienstleitungszeiten erkannt und bietet an, sich im Auftrag zu erholen: „Indem man professionelle Erholer für sich erleben und erholen läßt, wird der Erfolg garantiert. Es ist sicherer, von zu Hause oder vom Büro aus andere etwas erleben zu lassen."

Natürlich kostet der (outgesourcte) Spaß auch eine Kleinigkeit: So sind für einen anderthalbstündigen Winterspaziergang an der Ostsee 30 Euro zu berappen, Reisen kosten täglich immerhin 150 Euro plus Spesen. Dafür ist das Lockangebot „30 Minuten Sonnen auf dem Balkon" schon für fünf Euro zu haben. Im eher niedrigpreisigen Bereich habe es auch schon ein paar Aufträge gegeben, teilte einer der beiden Initiatoren des jungen Unternehmens mit. Die Kunden erhalten nach erfolgter Auftragsbearbeitung einen kurzen Erholungsbericht und ein Erinnerungsfoto zugesandt.

Den Künstlen ist es gelungen, eine Satire zu gestalten, deren Bissigkeit sich erst unter der Oberfläche zeigt. Die gesellschaftlichen Zustände werden ­ wie man so schön sagt ­ zur Kenntlichkeit verzerrt. Während immer mehr Leute durch kaum bezahlte Zwangsarbeit, Kürzung des Arbeitslosengelds oder durch das Zuckerbrot Ich-AG zur Aufnahme nicht vorhandener Erwerbsarbeit gedrängt werden sollen, gibt es tatsächlich auch diejenigen, die sich vor lauter Arbeit und Geld kaum retten können. Und erst gar nicht zum Geldausgeben und Erholen kommen. So liegt es doch nahe, daß die „Überflüssigen" anstelle der leistungshungrigen Besserverdienenden die schwierige Erholungsfrage übernehmen.

Daß Erholung auch kein Zuckerschlecken ist, zeigt sich bei der Durchsicht des Angebots: So kann der Besuch von Vernissagen, Theateraufführungen oder des Weihnachtsmarkts schnell zu einer stressigen Angelegenheit werden – und so ein Urlaub erst! Diesen Freizeitstreß von den Schultern der „Leistungsträger" zu nehmen, ist ja auch ein wichtiger gesellschaftlicher Dienst. Die können sich dann umso mehr für den gebeutelten Standort D reinhängen. Vielleicht aber kommen sie ja auch mal in die Verlegenheit, die Annehmlichkeiten des Nichtstuns zu genießen ...


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News vom 25.06.17